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Alzheimer-Krankheit einfach erklärt

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Die Alzheimer-Krankheit ist eine spezielle Form von Demenz. Sie ist gekennzeichnet vom fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses und anderen intellektuellen Fähigkeiten. Zum Krankheitsbild der Alzheimer-Krankheit gehören Orientierungs- und Gedächtnisstörungen, Störungen des Urteils- und Denkvermögens, Sprachstörungen sowie oft auch eine Veränderung des Charakters. Je ausgeprägter diese Störungen sind, desto schwieriger wird die Bewältigung eines normalen Alltags.

Ursachen für die Alzheimer-Krankheit

Trotz intensiven Anstrengungen sind die genauen Ursachen für Alzheimer noch unbekannt. Gemäss herrschender Lehrmeinung führt die Erkrankung zur Zerstörung von Nervengewebe im Gehirn, was den Kontakt zwischen den intakten Zellen behindert. Forscher vermuten, dass eine übermässige Ablagerung von Proteinen im Gehirn diese Kommunikation verfälscht.

 

Eine Chemikalie Namens Acetylcholin könnte ebenfalls an diesem Vorgang beteiligt sein. Es hilft bei der Übertragung von Nachrichten zwischen Gehirnzellen. Der Acetylcholinspiegel beginnt bei Patienten mit Alzheimer zu sinken, was den Austausch zwischen den Hirnzellen behindert. Ab einem gewissen Punkt sind schliesslich die Gehirnzellen selbst betroffen und beginnen zu schrumpfen oder sterben.

Risikofaktoren für die Alzheimer-Krankheit

  • Alter: Die Alzheimer-Krankheit beginnt in der Regel nach dem 60. Altersjahr. Entsprechend gilt das Alter als grösster Risikofaktor für die Entwicklung der Erkrankung.
  • Genetische Faktoren: Wenn andere Familienmitglieder – insbesondere Eltern oder Geschwister – an Alzheimer erkranken, steigt auch das Risiko selbst daran zu erkranken. Dementsprechend erhöhen bestimmte das Risiko für die Entwicklung von Alzheimer.

Symptome der Alzheimer-Krankheit

Alzheimer ist eine fortschreitende Krankheit, die in verschiedenen Phasen verläuft. Am Anfang äussert sich die Erkrankung darin, dass neue oder neuere Erinnerungen nur schwer abrufbar sind. Den Betroffenen fällt es schwer, Neues zu lernen und aufzunehmen. Bei fortgeschrittener Krankheit gehen auch ältere Erinnerungen verloren.

Weitere Symptome der Alzheimer-Krankheit sind:

  • Schwierigkeiten beim Artikulieren oder Ausdrücken
  • Das Ausführen einfacher Anweisungen gelingt gar nicht mehr oder nur noch teilweise
  • Alltägliche Aufgaben werden je länger je mehr zum Problem. So können Alzheimer-Patienten unter anderem Mühe haben bei der regelmässigen Einnahme von Medikamenten und/oder Mahlzeiten, bei der Verwaltung ihrer Finanzen oder bei der Orientierung in ihrer Umgebung.
  • Psychische Probleme wie Persönlichkeitsänderungen, Reizbarkeit, Angstzustände, Depressionen, Wahnvorstellungen, Halluzinationen oder Aggressivität.

Diagnose der Alzheimer-Krankheit

Da betroffene Personen die eigenen Probleme beziehungsweise Schwierigkeiten oft nicht mehr erkennen, ist entsprechend auch deren Einsicht nur beschränkt vorhanden.. In der Regel bemerken Familienmitglieder und enge Freunde die Vergesslichkeit und Verhaltensänderungen. Dem Umfeld wird empfohlen, zur Abklärung einen Arzttermin zu vereinbaren.

Einen eindeutigen Test für die Diagnose der Alzheimer-Krankheit gibt es derzeit nicht. Deshalb wird der Arzt die Diagnose aufgrund einer gründlichen Anamnese und einer körperlichen Untersuchung stellen. Zu diesem Verfahren gehört einerseits die Untersuchung des Gehirns durch visuelle und schriftliche Gedächtnistests und andererseits eine Untersuchung der geistigen Fähigkeiten.

Weil die Symptome der Alzheimer-Krankheit zum Teil auch auf andere medizinische Befunde zurückgehen, wird im Rahmen einer solchen Untersuchung auch oft noch ein Bluttest durchgeführt. Vor allem eine Unterversorgung von Vitamin B12 und des Schilddrüsenhormons können einen Gedächtnisverlust zur Folge haben, der bei einer passenden Behandlung wieder verschwindet.

Die Alzheimer-Krankheit ist irreversibel. Das heisst, dass die Schäden und Defizite bestehen bleiben und nicht rückgängig gemacht werden können. Nach der Diagnose nimmt die geistige Funktion in der Regel bis zum Tod ab.

Prävention der Alzheimer-Krankheit

Nach heutigem Wissensstand gibt es keine vorbeugende Massnahmen, um die Alzheimer-Krankheit zu verhindern. Wer körperlich und geistig aktiv bleibt, kann das Risiko einer Erkrankung aber aktiv senken. Um den Beginn der Symptome zu verzögern beziehungsweise das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, empfehlen Experten darüber hinaus eine ausgewogene Ernährung mit Fisch, Olivenöl und Gemüse sowie regelmässiger körperlicher Bewegung.

Behandlung der Alzheimer-Krankheit

Noch gibt es keine wirksame Therapie gegen die Alzheimer-Krankheit. Das Ziel aller Behandlungen ist es darum, die Symptome zu kontrollieren und das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen.

Die Verabreichung so genannter Cholinesterase-Hemmer können helfen, die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen wiederherzustellen. Bei einigen Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Krankheit hat die Einnahme dieser Medikamente zur Folge, dass sich der intellektuelle Rückgang verlangsamt.

Massnahmen zur Linderung der Symptome von Alzheimer-Krankheit

  • Vertraute Menschen und Routinen, denn zu viel Veränderung kann Verwirrung und Unruhe hervorrufen
  • Helle und aktive Umgebungen, um die Aufmerksamkeit der Person zu bündeln und sie an der Umwelt zu orientieren
  • Sichere Umgebungen, so dass die Person nicht verletzt werden kann oder sich verirrt, wenn sie weggeht
  • Geeignete Therapien, einschliesslich Musik, Kunst und Ergotherapie, um die Stimulation und die Kontrolle der Muskeln zu verbessern,

Prognose/Ausblick

Aktuell gibt es keine Medikamente zur Heilung der Alzheimer-Krankheit. Eine gezielte Unterstützung durch das Umfeld im Zusammenspiel mit Medikamenten können aber der erkrankten Person bei der Durchführung täglicher Aktivitäten helfen. Auch Verhaltensprobleme lassen sich damit lindern. Im Idealfall ist es für die betroffene Person möglich, trotz der Krankheit im eigenen Haus zu bleiben.

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Hörverlust im Alter – Eine stille Epidemie

Ohne einen Moment Nachzudenken kann man den Unterschied zwischen einer Geige und einer Klarinette hören, oder unterscheiden von welcher Seite ein Klang kommt. Doch leider ist ein leichter Grad an dauerhafter Hörschädigung ein unvermeidlicher Teil des Alterungsprozesses.

Hörverlust betrifft vor allem ältere Personen

Ohrenschmalz, Ohrenentzündungen oder das ohrenbetäubende Geräusch eines Flugzeugs beim Start sind häufige Ursachen für einen vorübergehenden Hörverlust. Für viele Personen ist das Problem ernster. Grössere Hörverluste werden mit zunehmendem Alter häufiger, insbesondere ab dem 65. Lebensjahr. Mehr als 30% der über 75-jährigen Personen leiden in der Schweiz unter einem Hörverlust. Männer erkranken häufiger als Frauen an Hörverlust.

Aufbau des Hörorgans

Das Ohr wird in das Innenohr, Mittelohr und das äussere Ohr unterteilt.

  • Der äussere Teil besteht aus der Ohrmuschel und dem Gehörgang.
  • Das Mittelohr besteht aus dem Trommelfell oder der Trommelfellmembran und drei kleinen Knochen oder Gehörknöcheln. Diese werden Hammer, Amboss und Steigbügel genannt.
  • Zu Innenohr gehören die Hörschnecke (Cochlea), die drei halbrunden Kanäle, die für das Gleichgewicht verantwortlich sind, und ein Ende des Hörnervs, das sich mit dem Gehirn verbindet.

Wie Menschen hören können

Das Aussenohr empfängt die Schallwellen im Raum. Der Gehörgang leitet diese an das Trommelfell weiter. Wenn Schallwellen auf das Trommelfell treffen, versetzen sie es in Schwingungen. Die Vibrationen werden entlang der kleinen Knochen im Mittelohr weitergeleitet, bis sie den dritten und letzten Knochen (Steigbügel) erreichen., welcher mit der Hörschnecke verbunden ist.

Der mit der Hörschnecke verbundene Steigbügel leitet die Vibrationen direkt weiter. Die Haarzellen der Hörschnecke verarbeiten diese Vibrationen und setzen wiederum chemische Neurotransmitter frei. Diese chemischen Stoffe aktivieren den Hörnerv, welcher kleinste elektrische Ströme an das Gehirn sendet. Schliesslich werden die Impulse interpretiert und als Ton bzw. Klang wahrgenommen.

Verschiedene Formen von Hörverlust

Im Allgemeinen gibt es drei Typen von Hörverlust. Der leitfähige Hörverlust, der sich aus der reduzierten Menge an Schallübertragung zum Innenohr ergibt. Der sensorineuraler Hörverlust, der sich aus Problemen des Innenohrs ergibt, einschliesslich der Hörschnecke (Cochlea) und des Hörnervs. Der gemischte Hörverlust, der sich aus einer Kombination von leitfähigen und sensorineuralen Problemen ergibt.

Leitfähiger Hörverlust oder Schallleitungs-Schwerhörigkeit

Bei der Schallleitungs-Schwerhörigkeit ist der Gehörgang verstopft und verhindert dadurch, dass Schallwellen das Trommelfell erreichen. Als Hauptursache gilt dicht gepacktes Ohrenschmalz (impaktiertes Cerumen). Weitere Ursachen sind Mittelohrentzündung, eine knochenförmige Überwucherung oder Material, welches zum Reinigen der Ohren dienen soll.

Der leitfähige Hörverlust betrifft vor allem niederfrequente Geräusche und kann in der Regel durch medizinische oder chirurgische Behandlungen geheilt werden. Solche Massnahmen reichen von der einfachen Entfernung von Ohrenschmalz bis hin zur Entwässerung des Mittelohrs und der Reparatur eines beschädigten Trommelfells.

Versuchen Sie im Falle einem Hörverlust niemals, das betroffene Cerumen selbst zu entfernen, da Sie Ihr Trommelfell verletzen könnten. Gehen Sie stattdessen zu einem Arzt oder einer Krankenschwester. Möglicherweise müssen Enthärtungstropfen verwenden werden, bevor das Wachs durch Spülen des Ohres mit warmem Wasser entfernt wird.

Sensorineuraler Hörverlust oder Schallempfindungs-Schwerhörigkeit

Eine Schallempfindungsstörung tritt auf, wenn eine verminderte Funktion des Innenohrs, des Gehirns oder des Hörnervs vorliegt. Viele Menschen mit einem solchen Problem versuchen, dies durch eine höhere Lautstärke auszugleichen. Leider hilft es selten. Patienten können in der Regel zwar hören, dass jemand spricht, aber sie können nicht verstehen, was gesagt wird.

Das häufigste Problem ist der so genannte Presbyakusis, der von der Fachwelt als altersbedingte Dysfunktion der Hörschnecke und ihrer Haarzellen beschrieben wird. Wörtlich übersetzt heisst Presbyakusis so viel wie «älteres Hören». Bei der Presbyakusis beginnt der Hörverlust allmählich, verläuft langsam und betrifft in der Regel beide Ohren gleichermassen.

Die meisten Menschen mit Presbyakusis haben zuerst Schwierigkeiten mit hochfrequenten Klängen, dann allmählich Probleme mit mittel- und dann niederfrequenten Klängen. So kann es vorkommen, dass ein Mann mit Presbyakusis die hohen Worte seiner Frau möglicherweise nicht erkennen, während seine ähnlich betroffene Ehepartnerin die tiefe Stimme ihres Gatten immer noch hören kann. Presbyakusis gehört zum natürlichen Alterungsprozess und lässt sich nicht verhindern.

Anderen Hauptursache für Schallleitungsschwerhörigkeit sind akustische Traumata oder lärmbedingte Hörverlust. Dies ist meist eine Folge von wiederholter Belastung des Ohrs aufgrund überhöhter Lautstärke – und sollten unbedingt vermieden werden. Als weitere Gründe für den sensorineuralen Hörverlust gelten Rauchen, Diabetes, Morbus Crohn, bestimmte Medikamente, Multiple Skerose, Tumore oder die erbliche Vorbestimmung.

Ist eine plötzliche Schallleitungsschwerhörigkeit vorhanden, handelt es sich um einen echten Notfall. Bei einem schweren Hörverlust (meist auf einem Ohr), welcher plötzlich und ohne ersichtlichen Grund auftritt, vermuten Experten meist eine Virusinfektion.

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Chronische Prostatitis

Toilette und pissoire für männer

Die Prostata ist eine walnussgrosse Drüse, die bei Männern unter der Harnblase sitzt und zu den inneren Sexualorganen gehört. Unter dem Einfluss von Hormonen bildet die Prostata ein milchiges Sekret, das sich beim Samenerguss mit den Spermien vermischt. Wenn die Prostata über mehrere Wochen entzündet ist, spricht man von einer chronischen Prostatitis.

Rund fünf Prozent aller Männer leiden mindestens einmal in ihrem Leben unter den Symptomen einer chronischen Prostatitis. Einige Männer entwickeln aber auch eine chronische Infektion der Prostata ohne von den Symptomen betroffen zu sein.

Die drei Haupttypen von chronischer Prostatitis

a) Chronische bakterielle Prostatitis

Echte chronische bakterielle Infektionen machen nur einen kleinen Prozentsatz der Fälle von chronischer Prostatitis aus. Bei diesem Typ führt eine bakterielle Infektion zu Schwellungen und Entzündungen in der Prostata. Diese Diagnose können Ärzte definitiv stellen, wenn sich Bakterien und weisse Blutkörperchen im Urin befinden.

b) Chronische nicht-bakterielle Prostatitis

Die chronische nicht-bakterielle Prostatitis wird auch chronisches Beckenschmerzsyndrom genannt. In den meisten Fällen ist deren Ursache unklar beziehungsweise unbekannt. Ärzte machen diese Diagnose, wenn die Patienten typische Symptome einer chronischen Prostatitis haben, ohne dass Bakterien in einer Urinprobe nachgewiesen werden konnten.

c) Prostadynia

Prostadynia ist auch unter der Bezeichnung nicht-entzündliches chronisches Beckenschmerzsyndrom bekannt. Diese Bezeichnung wird verwendet, wenn Symptome einer Prostatitis vorliegen, ohne dass es Hinweise auf eine Infektion der Prostata gibt. Zur Erklärung der Prostadynie werden folgende Theorien in Betracht gezogen:

  • ein abnormaler Druckaufbau in den Harnwegen
  • Irritationen durch Autoimmun- oder chemische Prozesse
  • Schmerzen in den Nerven und Muskeln im Becken

Symptome von chronischer Prostatitis

Prostatitis verursacht in der Regel eine Schwellung der Prostata, was zu einem schmerzhaften Druck auf die Harnröhre führt. Zu den typischen Symptomen einer chronischen Prostatitis gehören:

  • Ein unangenehmes Brenn-Gefühl während oder nach dem Wasserlassen
  • Schwierigkeiten beim Starten des Urinstroms
  • Harntröpfeln nach dem Wasserlassen
  • Häufiges oder dringendes Wasserlassen
  • Ein Gefühl, dass die Blase nicht vollständig entleert werden kann
  • Schmerzen über dem Penis, im oder unter dem Hodensack, im Rücken oder dem Rektum
  • Schmerzen, die während oder nach dem Orgasmus auftreten

Bei manchen Männern treten diese Symptome nur vereinzelt auf, ohne dass die Lebensqualität gravierend beeinflusst wird. Andere Männer wiederum fühlen sich bei der Arbeit, bei Freizeitaktivitäten oder während sexuellen Aktivitäten beeinträchtigt.

Diagnose von chronischer Prostatitis

Wenn eine Fachperson eine Prostatitis vermutet, wird sie sich zunächst ausführlich nach den Symptomen erkundigen. Darüber hinaus sind weitere Informationen wichtig, wie:

  • Allgemeine Krankengeschichte
  • Liste aller Medikamente
  • Täglicher Konsum von Kaffee und Alkohol
  • Sexuelle Kontakte, die zu einem erhöhten Risiko für sexuell übertragbare Infektionen führen könnten, weil solche Krankheiten zum Teil ähnliche Symptome haben wie eine Prostatitis

Nach dem Vorgespräch ertastet der Arzt mit dem Finger durch den Enddarm die Prostata. Liegt eine Entzündung vor, kann es durch den Druck zu Schmerzen in der Prostata oder zu dringendem Harndrang kommen.

In einem nächsten Schritt wird der Urin auf weisse Blutkörperchen sowie Bakterien hin untersucht.

  • Bei bakterieller Prostatitis enthält der Urin weisse Blutkörperchen und Bakterien. Dies zeigt sich besonders nachdem der Arzt die Prostata fest angedrückt hat.
  • Bei nicht-bakterieller Prostatitis ist die Urinkultur bzw. Bakterienkultur trotz vorangehendem Ertasten der Prostata normal. Weisse Blutkörperchen können aber auch hier vorkommen.

Patienten mit vagen oder ungewöhnlichen Symptomen werden in der Regel auch noch auf andere Krankheiten abgeklärt wie etwa interstitielle Blasenentzündung, Urethritis, gutartige Vergrößerung der Prostata oder sogar Prostatakrebs.

Erwartete Dauer von chronischer Prostatitis

Chronische Prostatitis besteht meist mehrere Monate bevor sie diagnostiziert wird. Einige Patienten mit chronischer Prostatitis reagieren sofort auf die Behandlung, so dass die Symptome nach wenigen Tagen verschwinden. In anderen Fällen können die Symptome wochen- oder monatelang anhalten oder über einen Zeitraum von Jahren wiederkehren. Der Entwicklung einer chronischen Prostatitis kann nicht vorgebeugt werden.

Behandlung von chronischer Prostatitis

Zur Behandlung chronische-bakterieller Prostatitis werden am meist Antibiotika eingesetzt. Da es für Antibiotika schwierig ist, in die Prostata zu gelangen, müssen sie über einen längeren Zeitraum von vier oder mehr Wochen sowie in hohen Dosen verabreicht beziehungsweise eingenommen werden.

Falls Antibiotika nicht hilft, gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten:

  • Alpha-Blocker-Medikamente unterstützen die Entspannung der Kontroll-Muskeln der Blase. Auf diese Weise können Symptome wie dringendes Wasserlassen, Harntröpfeln oder andere Probleme beim Wasserlassen gemindert werden.
  • Ähnliche Effekte wie Alpha-Blocker erzielen auch Medikamente, welche die Grösse der Prostata verkleinern.
  • Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente und Muskelrelaxantien helfen bei Schmerzen und Muskelkrämpfen.
  • Warme Bäder oder mit Biofeedback-Programme, welche die Spannung in der Beckenmuskulatur abbauen, können die Symptome mindern.
  • Verzicht auf Koffein und Alkohol kann die Reizung von Blase und Prostata reduzieren.
  • Massage der Prostata und häufiges ejakulieren soll eine Anstauung von Flüssigkeit in der Prostata vermeiden.
  • Osteopathie?

Wichtig: Bisher haben sich nur wenige dieser Behandlungen als wirksam erwiesen. Oft ist nämlich der genaue Grund für die Symptome chronischer Prostatitis unklar und/oder es gibt mehrere Ursachen dafür. Was bei einem Patienten funktioniert, ist nicht zwingend die Lösung für einen anderen.

Prognose bei chronischer Prostatitis

Chronische Prostatitis ist sehr schwierig zu heilen, da viele Männer auf Antibiotika-Kuren nicht oder nur bedingt reagieren. Aufgrund dem mangelndem Wissen über nicht-entzündliche chronische Beckenschmerzsyndrom, kann es für den Arzt schwierig sein, die richtige Behandlung zu finden.

Dennoch sollte sich niemand entmutigen lassen, wenn die Symptome nach der ersten oder zweiten Behandlung nicht abklingen, da es mittlerweile verschiedene, potenziell wirksame Behandlungen gibt. Weil chronische Prostatitis das Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs erhöht, ist es wichtig, dass sich Patienten auch nach einer erfolglosen Behandlung weiterhin regelmässig untersuchen lassen.

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Inkontinenz

Toilette WC

Egal, ob es während eines Essens im Restaurant passiert oder wenn man wegen eines lustigen Witzes zum Lachen gebracht wird – ein unfreiwilliger Urinverlust ist meist mit Peinlichkeiten verbunden. Dementsprechend gilt es bei einer Inkontinenz als erstes, dieses unangenehme Gefühl zu überwinden.

Warum Frauen eher an Inkontinenz leiden als Männer

Bei Frauen ist die Wahrscheinlichkeit einer so genannten Harninkontinenz doppelt so hoch wie bei Männern. Diese Ungleichheit ist auf die folgenden Faktoren zurück zu führen:

  • Anatomie bzw. Struktur der weiblichen Harnwege
  • Schwächung der Harnröhre durch Schwangerschaft und Geburt
  • Verlust von Östrogen während der Menopause

Trotz der Schwierigkeit, mit Inkontinenz zu leben, holen sich weniger als die Hälfte der betroffenen Frauen die nötige Hilfe. Viele sind zu verlegen, um ihr Problem mit einer medizinischen Fachperson zu besprechen, obwohl es effektive Behandlungen gibt.

Inkontinenzformen und Ursachen

Dranginkontinenz:

Darunter versteht man einen ungewollten Harnverlust, mit dem ein starker Drang, Wasser zu lassen, verbunden ist.

Belastungsinkontinenz oder Stressinkontinenz:

Gemeint ist der ungewollte Harnverlust aufgrund von erhöhtem Druck in der Bauchgegend. Dieser Druck kann Husten, Niesen oder durch körperliche Anstrengung, aber auch durch Lachen entstehen. In der Regel geht eine Belastungsinkontinenz mit einem geringen Verlust von Urin einher.

Kombination:

Es kann auch eine Kombination aus Stress- und Dranginkontinenz geben.

Diagnose von Inkontinenz

Um eine Inkontinenz und deren Form zu diagnostizieren, nimmt ein Arzt die allgemeine Krankengeschichte auf und erfragt weitere Eigenschaften zum Urinverlust. Zusätzlich kann eine körperliche Untersuchung folgen. Es gibt verschiedene Tests, bei denen sowohl die Geschwindigkeit als auch der Druck des Urinflusses gemessen werden.

Dranginkontinenz: Behandlung von Inkontinenz und Symptomen

  • Beckenbodentraining / Kegelübungen: Kontraktionsübungen für die Beckenbodenmuskulatur

Bei leichter Inkontinenz wird oft ein Beckenbodentraining empfohlen. Dabei werden die Muskeln bewusst gedrückt und gelöst, um den Urinfluss zu Starten und zu Stoppen. Viele Patienten können dadurch die Dringlichkeit bewältigen und sich für Zeit verschaffen, um auf die Toilette zu gehen. Wer beim Erlernen der Beckenbodenübungen unsicher ist, kann die Technik zum Beispiel mit der Hilfe von Physiotherapeuten erlernen.

  • Medikamente

Wenn eine Dranginkontinenz schwerer ist oder ein Beckenbodentraining nicht weiterhilft, kann der Arzt ein anticholinerges Medikament verschreiben. Diese Medikamente hemmen die ungeeigneten Blasenkontraktionen, welche Inkontinenz-Episoden auslösen.

  • Elektrische Stimulation

Bei dieser Methode werden verschiedene Arten von Geräten verwendet, um die Nerven elektrisch zu stimulieren, welche die Kontraktion der Blasenmuskulatur beeinflussen.

Stressinkontinenz: Behandlung von Inkontinenz und Symptomen

  • Beckenbodentraining

Auch bei leichten Fällen von Stressinkontinenz kann das Beckenbodentraining behilflich sein.

  • Chirurgie

Frauen, die stark betroffen sind, müssen häufig operiert werden. Dafür gibt es mehrere verschiedene Verfahren. Eine der häufigsten Methoden ist der suburethrale Hebegurt, der an der Bauchdecke befestigt wird, um die Harnröhre zu unterstützen und zu verhindern, dass Urin austritt. Das Verfahren ist schnell durchzuführen, die Erfolgsraten sind hoch und die Komplikationen (zu denen Blutungen und Infektionen gehören können) sind gering.

  • Pessar

Ein Pessar ist ein ring- oder kreisförmiges Silikongerät, das in die Scheide eingeführt wird. Es wurde entwickelt, um die Harnröhre zu unterstützen, ähnlich wie ein Harnröhrenriemen. Pessare sind für eine bestimmte Aktivität bestimmt oder können für ein paar Tage am Stück belassen werden. Eine dauerhafte Lösung sind sie aber nicht.

  • Füllstoffe

Diese Methode besteht darin, ein Material wie Kollagen in die Auskleidung der Harnröhre zu injizieren, um diese so zu vergrössern, sodass sie geschlossen bleibt und nicht ausläuft. Die Erfolgsraten bei Füllstoffen sind nicht so vielversprechend wie bei Hebegurten. Trotzdem ist das Injektionsverfahren fast genauso invasiv.

  • Weitere Möglichkeiten

Zusätzlich zu den Behandlungen, die vom Arzt empfohlen oder durchgeführt werden, gibt es gewisse Techniken gegen Inkontinenz, welche die Betroffenen daheim ausführen können. Dazu gehören namentlich:

  • Blasentraining: Man geht nach einem festen Zeitplan auf die Toilette und erhöht allmählich den Zeitabstand zwischen den Besuchen.
  • Begrenzung der Flüssigkeitsaufnahme: Im besten Fall sollten die Betroffenen nicht mehr als 1.8 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Experten raten dazu, regelmässig kleinere Mengen an Flüssigkeiten zu trinken, anstatt grosse Mengen auf einmal. Um nächtliches Urinieren zu vermeiden, wird den Betroffenen empfohlen, drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr zu trinken. Zu vermeiden sind ausserdem stark kohlensäurehaltige Getränke sowie koffeinhaltige Getränke, die alle eine überaktive Blase verschlimmern können.
  • Abnehmen: Gemäss Experten steht ausser Frage, dass Fettleibigkeit ein wesentlicher Faktor für Inkontinenz ist. Übergewicht lässt weniger Raum für die Ausdehnung der Blase und belastet zusätzlich den Beckenboden, welcher die Blase unterstützt.

Fazit

Inkontinenz ist kein einfaches Problem, das offen diskutiert werden kann. Aber wer seine Hemmungen überwindet und ein Gespräch mit seinem Arzt führt, kann mit Behandlungen beginnen, welche im besten Fall die Lebensqualität deutlich verbessern.

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Was ist Alterssichtigkeit?

Lesen Brille

Um scharf sehen zu können, werden die Lichtstrahlen von der Linse im Auge derart gebeugt, dass diese gezielt auf der Netzhaut eintreffen. Mit zunehmendem Alter wird die Augenlinse aber immer unflexibler. Folglich lässt die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Auges nach und die betroffenen Personen haben Mühe, nahe Gegenstände scharf zu sehen. Diesen Befund nennt man Alterssichtigkeit, auch Presbyopie oder Altersweitsichtigkeit.

Welche Personen leiden unter der Alterssichtigkeit?

Ab ungefähr dem zehnten Lebensjahr verhärtet sich die bis anhin komplett flexible Linse und kann sich im Verlauf der Jahre nicht mehr so gut wölben. Bei normalsichtigen Menschen macht sich die Alterssichtigkeit meist um das 45. Lebensjahr erstmals bemerkbar, indem in der Nähe liegende Objekte plötzlich nur noch verschwommen gesehen werden.

Da weitsichtige Menschen bereits bei der Fokussierung auf nahe Objekte arbeiten müssen, tritt bei ihnen die Alterssichtigkeit zum Teil etwas früher ein. Kurzsichtige Menschen wiederum können die Alterssichtigkeit mit ihrer Sehschwäche ausgleichen und benötigen erst später eine Lesebrille. Früher oder später betrifft die Alterssichtigkeit aber alle Menschen.

Symptome von Alterssichtigkeit

  • Texte und Wörter erscheinen in einem Leseabstand der früher bequem war verschwommen.
  • Lesestoff oder andere Gegenstände müssen weiter von den Augen entfernt gehalten werden, um klar zu sehen oder Details zu erkennen.
  • Für ein klares Sehen ist ein helleres Licht erforderlich. Begründung: Helles Licht verengt die Pupillen, was den Fokus des Lichts auf der Netzhaut verändert.
  • Bei Müdigkeit oder Stress kommt es zu Schwierigkeiten beim Lesen.
  • Beim Fokussieren auf Objekte in der Nähe kommt es zu Ermüdungserscheinungen der Augen aufgrund der erhöhten Belastung der Augenmuskulatur.
  • Es treten Kopfschmerzen als Folge von Muskelverspannungen auf.

Verlauf und Prävention von Alterssichtigkeit

Die Alterssichtigkeit kann nicht rückgängig gemacht werden und wird mit zunehmendem Alter immer stärker. Da es sich bei der Alterssichtigkeit um eine normale Alterserscheinung handelt, lässt sie sich nicht vermeiden. Menschen, die oft am Computer arbeiten oder immer wieder längere Textpassagen lesen, können jedoch früher als andere eine Alterssichtigkeit entwickeln.

Experten raten zur Entlastung der Augen alle zwei Stunden zu einer kurzen Arbeits-Pause von rund zehn Minuten. In dieser Zeit sollte der Blick bewusst auf Objekte in mittlerer oder grosser Entfernung gerichtet werden. Damit die Augen besser fokussieren können, empfiehlt sich beim Lesen eine helle Beleuchtung.

Behandlung von Alterssichtigkeit

Die Behandlung der Alterssichtigkeit kann mit Korrekturlinsen durchgeführt werden. Die Brille ist der einfachste Weg, um nahe Objekte wieder klar sehen zu können. Wer bereits Korrekturgläser für Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit trägt, benötigt möglicherweise zwei Brillen – Eine für die Ferne und eine für die Nähe. Eine andere Option bieten speziell vom Optiker oder Augenarzt verschriebene Brillen mit so genannt bifokalen Gläsern. Diese sind in zwei Hälften aufgeteilt und korrigieren entsprechend beide Sehschwächen.

Frauen und Alterssichtigkeit

Eine im Mai 2017 in der Zeitschrift «Investigative Ophthalmology & Visual Science» veröffentlichte Studie stellte fest, dass die Sehstörungen nicht der Grund dafür sind, warum Frauen früher als Männer eine Lesebrille benötigen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Frauen auf die Nähe gleich gut sehen wie Männer – wenn nicht sogar etwas besser. Dass Frauen dennoch früher eine Lesebrille benötigen hat vielmehr mit ihrem bevorzugten Leseabstand oder ihrer Armlänge als mit ihrem Sehvermögen zu tun. Entsprechend wichtig sei es, dass Augenärzte die Sehkorrektur jeweils sorgfältig auf die betroffene Person abstimmen.

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Trotz Osteoporose aktiv bleiben

Vielleicht ist es ein Knochenbruch oder eine Messung der Knochendichte, welche Osteoporose in das Gespräch bringt. Die Diagnose Osteoporose – umgangssprachlich auch Knochenschwund genannt – ist immer ein guter Grund, um sein Bewegungsverhalten zu überdenken.

Wichtige Fragen bei Bewegung mit Osteoporose

  • Muss ich es ruhig angehen oder meine aktuellen Aktivitäten ändern, um Stürze und Brüche zu vermeiden?
  • Welche Übungen helfen, meine Knochen zu schützen?
  • Wenn ich in der Vergangenheit nicht sehr aktiv war, wie soll ich anfangen?

Die meisten Antworten auf diese Fragen hängen von der persönlichen Verfassung eines Menschen ab und können nicht pauschal beantwortet werden. Dennoch gilt: Bewegung ist unerlässlich, auch wenn man bisher relativ inaktiv war.

Vorbeugen von Osteoporose durch Bewegung

Der menschliche Körper baut ständig Knochenmasse auf und gleichzeitig ab. Um sicherzustellen, dass der Körper über die nötigen Bausteine zur Bildung neuer Knochen verfügt, braucht es eine bestimmte Menge an Kalzium und Vitamin D.

Das Knochengewebe reagiert stets auf mechanische Signale und Reize. Ein Mangel an körperlicher Betätigung signalisiert dem Körper, dass es die Knochen nicht braucht und abgebaut werden können. Aus diesem Grund ist es derart wichtig, so aktiv wie möglich zu bleiben.

Ein spezielles Trainingsprogramm macht nicht nur die Knochen widerstandsfähiger, sondern lässt Stürze und Brüche besser zu vermeiden. Als weiteren Vorteil von regelmässiger Bewegung nennen Experten ein vermindertes Risiko für chronische Erkrankungen wie Herzkrankheiten und Diabetes.

Vorbereitung einer Behandlung von Osteoporose

Bewegung ist also ein wichtiger Faktor zur Prävention und Behandlung von Osteoporose, wobei das Programm jeweils auf den aktuellen Zustand des Patienten angepasst wird.

Unabhängig von der persönlichen Situation sollten die Betroffenen vor dem ersten gezielten Training unbedingt den Hausarzt oder einen Facharzt für Knochenschwund konsultieren. Neben einer Knochendichtemessung wird meist eine Bewertung der aktuellen Fitness – Muskelkraft, Gleichgewicht, Bewegungsumfang – erforderlich.

Da gewisse Medikamente zu Gleichgewichtsstörungen oder Schwindel führen, ist es wichtig, dass der Patient eine Auflistung der Medikamente zu diesem Termin mitnimmt. Allenfalls müssen die Medikamente ausgewechselt werden.

Risikosportarten bei Osteoporose

Ob ein Patient mit Osteoporose weiterhin seine gewohnten sportlichen Aktivitäten ausüben kann oder ein anderes Trainingsprogramm ausüben sollte, ist vor allem vom Risiko für einen Knochenbruch dieser Person abhängig.

Abgeraten wird von Sportarten, die zu Stürzen führen können oder besonders viel Druck auf schwache Knochen ausüben. Dazu gehören unter anderem Aktivitäten wie Laufen, Joggen, Aerobic mit vielen Sprung-Elementen, Golf, Bowling, Racketsport, Skifahren oder Eiskunstlaufen.

Ein Osteoporose-Übungsprogramm

Nach Angaben der National Osteoporosis Foundation sollte ein Übungsplan für Osteoporose Folgendes beinhalten:

Gewichte heben

Wer im Stehen Gewichte hebt, trainiert die grossen Muskelgruppen im Körper. Auf diese Weise lässt sich der Knochenabbau in den Beinen, der Wirbelsäule und den Hüften verhindern.

Übungen und Aktivitäten mit dem eigenen Körpergewicht

Zu diesen Übungen gehören zügiges Gehen, Joggen, Tanzen, Tennis und Step-Aerobic. Aktivitäten mit höherer Belastung wie Joggen und Tennis stimulieren die Knochen zwar stärker, können aber riskant sein. Wenn die Knochen stark geschwächt sind oder das Sturzrisiko erhöht ist, sollten solche Aktivitäten vermieden werden.

Als sichere Alternative zum Laufen oder Step-Aerobic empfehlen Experten das Training an Maschinen wie Crosstrainer oder Stepper (auch Stair Climber). Auch Radfahren und Schwimmen helfen beim Muskelaufbau und tragen auch zum Erhalt der kardiovaskulären Fitness bei. Schwimmen und Wassergymnastik haben ausserdem den Vorteil, dass es kein Sturzrisiko gibt.

Widerstandstraining

Im Gegensatz zum «Gewichte heben», beinhaltet das Widerstandstraining auch Kräftigungsübungen mit dem eigenen Körpergewicht, elastischen Bändern oder Maschinen. Dabei werden die Knochen durch die arbeitenden Muskeln belastet und stimuliert. Praktisch jede Muskelgruppe kann in unterschiedlicher Form trainiert werden.

Achtung: Durch Rotationsbewegungen kann die Wirbelsäule übermässig belastet werden. Daher sollten Maschinen (insbesondere für Bauch- und Rückenmuskeln), welche die Wirbelsäule verdrehen oder stark beugen, beim Training mit Osteoporose vermieden werden.

Rumpfkraft und Stabilisationsübungen (Kernverstärkung)

Die Rumpfmuskulatur verleiht die nötige Stabilität, um aufrecht zu stehen und eine gute Haltung zu bewahren. Wenn sowohl die Rumpf- als auch die Beinmuskulatur stark ist, werden Stürze weniger wahrscheinlich. Die Rumpfmuskulatur umfasst die Muskeln rund um die Wirbelsäule (Bauch und Rücken), das Becken und die Schultern.

Achtung: Übungen zur Stärkung der Rumpfkraft, bei denen Sie die Wirbelsäule nach vorne gebeugt und gleichzeitig gedreht wird, sollten vermieden werden.

Dehnen

Die Fähigkeit, die Gelenke in ihrem gesamten Bewegungsumfang zu bewegen, ist wichtig, um das Gleichgewicht zu halten und Stürze zu vermeiden. Aktivitäten wie Schwimmen und Tai-Chi können helfen, die Flexibilität der Gelenke zu erhalten oder zu verbessern. Yoga kann auch von Vorteil sein, sofern der Unterricht von einem mit Osteoporose vertrauten Instruktor durchgeführt wird.

Achtung: Wenn die Knochen sehr empfindlich sind, kann eine zu starke Dehnung zu einer so genannten Abrissfraktur führen, bei der ein Stück Knochen an der Stelle, an der sich eine Sehne oder ein Band anlegt, abbricht. Das American College of Sports Medicine empfiehlt darum, dass Menschen mit Osteoporose beim Halten einer Dehnposition weit unter der Schmerzgrenze bleiben sollten.

Gleichgewichts-Training

Übungen für das Gleichgewicht (z.B. Tai Chi) führen zur Stärkung der Muskeln sowie zu einer verbesserten Wahrnehmung der Körperposition und spielen darum bei der Prävention von Stürzen und Brüchen eine grosse Rolle. Tai Chi regelmässig zu praktizieren scheint aussderdem das Vertrauen der Patienten in ihr eigenes Gleichgewicht zu stärken. Das ist sehr wichtig, weil die Angst vor einem Sturz das Fallen wahrscheinlicher macht und dies zu einer natürlicheren, weniger geschützten Haltung führen kann.

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Dekubitus / Wundliegegeschwür – Definition und Wissenswertes

rollstuhl sitzen alter

Wie es der Name vorwegnimmt, handelt es sich beim Wundliegegeschwür – auch Druckgeschwür oder Dekubitus genannt – um eine Schädigung der Haut und/oder des darunterliegenden Gewebes. Die Schädigung entsteht durch Druck des Körpergewichts gegen eine feste Oberfläche. Durch den Druck wird die Durchblutung der Haut vorübergehend unterbrochen, was zu einer Verletzung der Hautzellen führen kann. Sobald das Blut wieder fliesst, zeigt die Haut sichtbare Anzeichen von Verletzungen.

Häufigste Ursachen von Dekubitus

Ein Dekubitus bildet sich als Folge von sehr langem Sitzen oder Liegen. Davon betroffen sind insbesondere Menschen mit wenig Körperfett, Bewegungsmangel, Durchblutungsstörungen oder fehlendem Druckempfinden.

Unzureichende Bewegung oder im Rollstuhl sitzen

Bei bettlägerigen Menschen kommt Dekubitus am häufigsten an den Hüften, der Wirbelsäule, dem unteren Rücken, dem Steissbein, den Schulterblättern, den Ellenbogen oder den Fersen vor. Feuchtigkeit auf der Haut z.B. durch Schweiss, Urin oder Kot erhöht die Verletzungsgefahr der unter Druck stehenden Haut und somit auch das Risiko von Wundliegegeschwüren. Patienten mit einem Rollstuhl leiden wiederum oft an Wundliegegeschwüren am Gesäss und an den Fusssohlen.

Vermindertes Empfindungsvermögen

Dekubitus kommt häufig bei Menschen mit Nervenproblemen vor, welche nur begrenzt Schmerzen oder Beschwerden verspüren. Ohne dieses Empfinden kann der Patient die Auswirkungen eines anhaltenden Drucks auf die Haut nicht spüren. Nicht betroffene Menschen verändern automatisch die Sitz- oder Liegeposition und umgehen so das Problem der langen Druckphasen.

Durchblutungsstörungen

Menschen mit Durchblutungsstörungen neigen zur Bildung von Dekubitus, da deren Blutfluss in der Haut bereits ohne Druck schon sehr schwach ist.

Schlechte Ernährung

Ein Mangel an Proteinen, Vitaminen und Mineralien kann ebenfalls zur Entstehung von Dekubitus führen. Ältere Menschen, insbesondere über 85-Jährige, leiden häufiger unter Wundliegegeschwüren, da die Haut mit zunehmendem Alter meist empfindlicher wird.

Die Symptome von Wundliegegeschwüren

Die Entwicklung von Wundliegegeschwüren werden in vier Phasen eingeteilt, die sich je nach Schwere der Hautschäden voneinander unterscheiden:

Dekubitus Stadium 1:

In diesem Stadium sind die ersten Anzeichen von Hautschäden erkennbar. Bei hellhäutigen Menschen zeigt sich ein bleibender roter Fleck auf der Haut, der auch bei Druck auf die entsprechende Stellte nicht weiss wird. Auf dunkler Haut zeigt sich die Verletzung durch eine rote, lilafarbene oder blaue Verfärbung, wobei das nicht immer sofort erkennbar ist. Eventuell tritt ein Juckreiz auf oder die Haut fühlt sich besonders warm beziehungsweise speziell kalt an.

Dekubitus Stadium 2:

Die verletzte Haut bildet Blasen oder entwickelt eine offene (Schürf-)Wunde. Es kann zu roten oder violetten Verfärbungen kommen. Genauso kann es leichte Schwellungen und etwas Sickerwasser  geben.

Dekubitus Stadium 3:

In der Stufe 3 wird die Wunde tiefer und geht bis unter die Hautoberfläche. Die Wunde ähnelt einem Krater. Allenfalls sind bereits die darunter liegenden Muskeln und Knochen erkennbar.

Dekubitus Stadium 4:

Im vierten Stadium ist neben der Haut auch das darunterliegende Gewebe (Muskeln, Knochen, Sehen & Gelenke) betroffen. Durch die offene Wunde können Bakterien eindringen und Infektionen auslösen. Dies gilt insbesondere wenn die Wunde durch Urin oder Kot verunreinigt ist. Anzeichen einer Infektion bei Dekubitus können Geruchsbelästigung, Fieber, Hitze und erhöhte Rötung in der umgebenden Haut sein.

Erwartete Dauer von Wundliegegeschwüren

Die Dauer der Wunde hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Neben dem Schweregrad der Wunde und Art der Behandlung ist auch das Alter, der Gesundheitszustand, die Ernährung und die Bewegungsfähigkeit der Person mitentscheidend. Eine generelle Zeitangabe kann daher nicht gemacht werden.

Prävention von Wundliegegeschwüren

Um Wundliegegeschwüren bei bettlägerigen oder nur begrenzt mobilen Menschen zu verhindern, werden folgende Massnahmen empfohlen:

  • Druck auf empfindliche Stellen verringern.
  • Möglichst häufig – bei bettlägerigen Patienten alle zwei Stunden und bei Menschen im Rollstuhl stündlich – die Position verändern.
  • Kissen verwenden, um die Arme, Beine, Gesäss und Hüften anzuheben.
  • Einmal täglich den Körper der gefährdeten Person untersuchen: Die Früherkennung kann verhindern, dass sich die Rötungen im Stadium 1 verschlimmern.
  • Hautkontakt mit Chemikalien auf ein Minimum begrenzen. Vor allem reizende Antiseptika, Wasserstoffperoxid, Povidon-Jod-Lösung oder andere aggressive Chemikalien zur Reinigung oder Desinfektion der Haut sollten vermieden werden. Eine schonende Seife reicht normalweise aus.
  • Ausgewogene Ernährung mit genügend Kalorien, Eiweiss, Vitaminen und Mineralien.
  • Förderung der täglichen Bewegung zur Erhöhung der Durchblutung und Beschleunigung der Heilung. In vielen Fällen können auch bettlägerige Menschen Dehnungen und einfache Übungen durchführen.
  • Die Haut stets sauber und trocken halten.
  • Verwendung saugfähiger Kissen, um jegliche Feuchtigkeit von empfindlichen Stellen fernzuhalten.

Behandlung von Wundliegegeschwüren

Je nach Stadium der Erkrankung gibt es folgende Methoden, die in der Regel von medizinischen Fachkräften durchgeführt werden:

  • Schutz der betroffenen Hautbereiche durch das Anbringen eines Schutzfilms oder eines Gleitmittels. Auf den verletzten Bereich aufgetragen werden spezielle Verbände, um die Heilung zu fördern.
  • Bei Bedarf werden grössere Bereiche von abgestorbenem Gewebe operativ entfernt oder mit einem speziellen Medikament gelöst. Bei tiefen Kratern ist möglichweise eine Hauttransplantation oder andere Formen der rekonstruktiven bzw. wiederherstellenden Chirurgie erforderlich.
  • Wenn Anzeichen einer Infektion auftreten, kann der Arzt Antibiotika verschreiben, die als Salbe, als Pille oder intravenös (in eine Vene) verabreicht werden.