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Was ist Alterssichtigkeit?

Lesen Brille

Um scharf sehen zu können, werden die Lichtstrahlen von der Linse im Auge derart gebeugt, dass diese gezielt auf der Netzhaut eintreffen. Mit zunehmendem Alter wird die Augenlinse aber immer unflexibler. Folglich lässt die Anpassungsfähigkeit des menschlichen Auges nach und die betroffenen Personen haben Mühe, nahe Gegenstände scharf zu sehen. Diesen Befund nennt man Alterssichtigkeit, auch Presbyopie oder Altersweitsichtigkeit.

Welche Personen leiden unter der Alterssichtigkeit?

Ab ungefähr dem zehnten Lebensjahr verhärtet sich die bis anhin komplett flexible Linse und kann sich im Verlauf der Jahre nicht mehr so gut wölben. Bei normalsichtigen Menschen macht sich die Alterssichtigkeit meist um das 45. Lebensjahr erstmals bemerkbar, indem in der Nähe liegende Objekte plötzlich nur noch verschwommen gesehen werden.

Da weitsichtige Menschen bereits bei der Fokussierung auf nahe Objekte arbeiten müssen, tritt bei ihnen die Alterssichtigkeit zum Teil etwas früher ein. Kurzsichtige Menschen wiederum können die Alterssichtigkeit mit ihrer Sehschwäche ausgleichen und benötigen erst später eine Lesebrille. Früher oder später betrifft die Alterssichtigkeit aber alle Menschen.

Symptome von Alterssichtigkeit

  • Texte und Wörter erscheinen in einem Leseabstand der früher bequem war verschwommen.
  • Lesestoff oder andere Gegenstände müssen weiter von den Augen entfernt gehalten werden, um klar zu sehen oder Details zu erkennen.
  • Für ein klares Sehen ist ein helleres Licht erforderlich. Begründung: Helles Licht verengt die Pupillen, was den Fokus des Lichts auf der Netzhaut verändert.
  • Bei Müdigkeit oder Stress kommt es zu Schwierigkeiten beim Lesen.
  • Beim Fokussieren auf Objekte in der Nähe kommt es zu Ermüdungserscheinungen der Augen aufgrund der erhöhten Belastung der Augenmuskulatur.
  • Es treten Kopfschmerzen als Folge von Muskelverspannungen auf.

Verlauf und Prävention von Alterssichtigkeit

Die Alterssichtigkeit kann nicht rückgängig gemacht werden und wird mit zunehmendem Alter immer stärker. Da es sich bei der Alterssichtigkeit um eine normale Alterserscheinung handelt, lässt sie sich nicht vermeiden. Menschen, die oft am Computer arbeiten oder immer wieder längere Textpassagen lesen, können jedoch früher als andere eine Alterssichtigkeit entwickeln.

Experten raten zur Entlastung der Augen alle zwei Stunden zu einer kurzen Arbeits-Pause von rund zehn Minuten. In dieser Zeit sollte der Blick bewusst auf Objekte in mittlerer oder grosser Entfernung gerichtet werden. Damit die Augen besser fokussieren können, empfiehlt sich beim Lesen eine helle Beleuchtung.

Behandlung von Alterssichtigkeit

Die Behandlung der Alterssichtigkeit kann mit Korrekturlinsen durchgeführt werden. Die Brille ist der einfachste Weg, um nahe Objekte wieder klar sehen zu können. Wer bereits Korrekturgläser für Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit trägt, benötigt möglicherweise zwei Brillen – Eine für die Ferne und eine für die Nähe. Eine andere Option bieten speziell vom Optiker oder Augenarzt verschriebene Brillen mit so genannt bifokalen Gläsern. Diese sind in zwei Hälften aufgeteilt und korrigieren entsprechend beide Sehschwächen.

Frauen und Alterssichtigkeit

Eine im Mai 2017 in der Zeitschrift «Investigative Ophthalmology & Visual Science» veröffentlichte Studie stellte fest, dass die Sehstörungen nicht der Grund dafür sind, warum Frauen früher als Männer eine Lesebrille benötigen.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Frauen auf die Nähe gleich gut sehen wie Männer – wenn nicht sogar etwas besser. Dass Frauen dennoch früher eine Lesebrille benötigen hat vielmehr mit ihrem bevorzugten Leseabstand oder ihrer Armlänge als mit ihrem Sehvermögen zu tun. Entsprechend wichtig sei es, dass Augenärzte die Sehkorrektur jeweils sorgfältig auf die betroffene Person abstimmen.

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